Häufig gestellte Fragen – FAQ
In meinem Tun werden mir immer wieder unterschiedliche Fragen gestellt.
Hier einige Fragen welche ich vorab beantworten möchte.
Sollten Sie Ihr Anliegen nicht finden, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.
Was ist der korrekte Standort meines Klavieres?
Der Raum, in dem das Klavier oder der Flügel aufgestellt wird, sollte gut klimatisiert sein. Neben einer normalen Raumtemperatur ist am Standort des Klaviers die Luftfeuchtigkeit wichtig. Diese darf nicht zu stark absinken oder steigen.
Ein Klavier besteht zu großen Teilen aus Naturprodukten wie Holz, Filz und Leder, die auf Luftfeuchtigkeit reagieren. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, trocknen die Hölzer aus und es können Risse entstehen, etwa im Resonanzboden oder in den Stegen. Bei alten Instrumenten können sich zudem bei zu geringer Luftfeuchte die Leimverbindungen lösen. Hierdurch können große Schäden an den Instrumenten entstehen, die aufwändige Reparaturen erforderlich machen.
Ist die Luftfeuchtigkeit hingegen zu hoch, quellen die Naturmaterialien auf. Bewegliche Teile in der Mechanik und der Klaviatur können hierdurch träge werden – bis hin zum Stillstand. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, wie dies häufig in Kellerräumen der Fall ist, kann es zudem zu Schimmel- und Rostbildung kommen.
Wie kann ich die Luftfeuchtigkeit am Standort optimieren?
Empfehlenswert ist es, die Luftfeuchte regelmäßig mit einem guten Hygrometer zu messen. Die Werte sollten 45 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit nicht unterschreiten und nicht mehr als ca. 65 Prozent erreichen. Liegen die Werte kurzfristig außerhalb dieser Spanne, schadet dies dem Klavier allerdings nicht.
Einige einfache Maßnahmen können helfen, die Luftfeuchtigkeit in einem optimalen Bereich zu halten:
Im Winter mehrmals am Tag kurz stoßlüften. Dauerlüften bei gleichzeitiger Beheizung dagegen ist nicht nur für Heizkosten und Umwelt nachteilig, sondern führt auch dazu, dass die Raumluft austrocknet.
Sinkt die Luftfeuchtigkeit dennoch zu stark, kann die Raumluft mithilfe eines Luftwäschers befeuchtet werden. Wassergefäße an der Heizung oder auf dem Kaminofen reichen nicht aus, um die Luft zu befeuchten, da die verdunstende Menge an Flüssigkeit viel zu gering ist.
Einen umfassenden Schutz vor Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit bietet ein Piano Life Saver. Das Gerät, das in Ihr Klavier oder Ihren Flügel eingebaut wird, misst den Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Instrument. Ist dieser zu niedrig, befeuchtet das Gerät die Luft im Instrument. Bei einem zu feuchten Raumklima wird die Luft dagegen runtergetrocknet. So wird unabhängig von der Umgebungsluft konstant ein optimales Mikroklima für Ihr Piano geschaffen.
Wie und mit welchen Mitteln reinige ich mein Klavier?
Regelmäßig spielen ist gut für das Instrument. Zum einen befinden sich in einer Klaviermechanik jede Menge beweglicher Teile. Wird ein Klavier oder Flügel längere Zeit nicht gespielt, können diese Teile fest werden. Die Mechanik läuft dann zäh und träge.
Zur Klavierpflege gehört es natürlich, die Tasten zu putzen und in Schuss zu halten. Verschmutzte Klaviertasten reinigen Sie am besten mit einem leicht angefeuchteten Tuch – aber niemals nass! Das gilt auch für Elfenbeintasten, nur dass Sie hier beim Reinigen noch etwas vorsichtiger vorgehen sollten als bei Tasten mit einem Belag aus Kunststoff.
Bei der Klavierpflege darf die Reinigung des Gehäuses nicht fehlen. Klaviergehäuse mit einer Polyesterlackierung sind leicht zu reinigen. Mit einem weichen antistatischen Tuch lässt sich Staub von der Oberfläche entfernen. Ob braunes, weißes oder schwarzes Klavier: Zum Säubern der Oberfläche von Fingerabdrücken und dergleichen empfiehlt sich, ein Spezial-Reinigungsmittel zu verwenden.
Schellackoberflächen dagegen sollten auf keinen Fall mit Feuchtigkeit gereinigt werden. Der Lack reagiert direkt auf die Feuchtigkeit und wird stumpf oder fleckig. Diese Oberflächen dürfen im Zuge der Klavierpflege nur mit einem weichen Tuch abgestaubt werden.
Um die Pedale zu reinigen, verwenden Sie ein weiches Tuch. Manchmal reicht es aber nicht aus, die Pedale, die meist aus Messing sind, einfach abzuwischen. Wenn die Pedale angelaufen sind, können Sie zu einer Politur greifen.
Sollte ein Klavier nach dem Transport gestimmt werden?
Empfehlenswert ist es, nach einem Transport einige Wochen zu warten, bis man das Klavier stimmen lässt. Ein Piano benötigt einige Zeit, um sich zu akklimatisieren. Nur wenn dies gewährleistet ist, ist eine stabile Stimmung möglich.
Wird das Instrument beispielsweise im Winter über eine längere Strecke transportiert und anschließend in einem Raum aufgestellt, in dem eine deutlich andere relative Luftfeuchtigkeit herrscht als am ursprünglichen Standort, wird sich das Instrument wahrscheinlich sehr hörbar verstimmen. Findet der Transport dagegen im Sommer statt und das Instrument ist bei und nach dem Transport keinen wesentlichen Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, kann die Verstimmung relativ gering ausfallen.
Welche Funktion haben die Klavierpedale?
Klaviere und Flügel haben zumeist zwei oder drei Pedale. Mithilfe der Klavierpedale lässt sich der Klang gestalten. Lesen Sie im Folgenden, welche Funktion die einzelnen Pedale am Klavier beziehungsweise Flügel haben.
Rechtes Klavierpedal
Das rechte Klavierpedal wird auch „Fortepedal“, „Dämpferpedal“ oder „Haltepedal“ genannt. Es dient dazu, die Dämpfung gezielt einzusetzen.
Normalerweise hebt ein Dämpfer nur beim Betätigen der zugehörigen Taste von den Saiten ab und kehrt beim Loslassen wieder in die Ausgangsposition zurück, so dass der Ton verstummt. Durch das Treten des rechten Pedals heben sowohl am Klavier als auch am Flügel sämtliche Dämpfer gleichzeitig von den Saiten ab. Dies hat zur Folge, dass die Töne nicht verstummen, wenn die Tasten losgelassen werden. Die angeschlagenen Saiten klingen weiter, solange das Pedal gedrückt ist.
Linkes Klavierpedal
Das linke Klavierpedal wird auch als „Pianopedal“, „Leisepedal“ oder „Verschiebung“ bezeichnet.
Am Klavier wird beim Treten des linken Pedals der Abstand der Hämmer zu den Saiten, also die Anschlagsdistanz, verringert. Hierdurch können Töne leiser angeschlagen werden.
Am Flügel bewirkt das Drücken des linken Pedals, dass die gesamte Mechanik ein kleines Stück zur Seite verschoben wird. Dies hat zur Folge, dass die Hämmer die Saiten mit anderen Stellen als üblich anschlagen. Diese sind anders intoniert als die Stellen, die normalerweise auf die Saiten treffen. Zudem schlagen die Hämmer bei Tönen im Diskant je nach Einstellung mitunter nur zwei statt drei Saiten bzw. im mittleren Bass nur eine von zwei Saiten an. Dadurch ist der Ton etwas leiser und hat einen anderen Klangcharakter.
Mittleres Klavierpedal
Das mittlere Pedal hat bei Klavieren und Flügeln unterschiedliche Funktionen.
Bei Flügeln ist das mittlere Pedal normalerweise ein Tonhaltepedal, auch „Sostenutopedal“ genannt. Beim Treten dieses Pedals werden die Dämpfer der gerade gedrückten Tasten daran gehindert, auf die Saiten zurückzufallen. Diese klingen dann nach dem Loslassen der Tasten weiter, während bei den anderen Tönen die Dämpfer nach dem Loslassen der Tasten wie üblich wieder auf die Saiten zurückfallen.
An Klavieren ist das mittlere Pedal zumeist ein Moderatorpedal. Bei dessen Betätigung schiebt sich ein Filzstreifen – der sogenannte Moderatorfilz – zwischen die Hämmer und die Klaviersaiten. Das hat zur Folge, dass das Klavier deutlich leiser klingt. An vielen Klavieren wird der Moderator nicht über ein Pedal, sondern über einen Hebel betätigt, der neben oder unter der Klaviatur sitzt.
Lohnt es sich ein gebrauchtes Klavier zu kaufen?
Oft werden gebrauchte Klaviere für wenig Geld angeboten. Hier ist besondere Vorsicht angebracht. Klaviere und Flügel sind technisch komplex. Das macht es für Laien schwierig, den Zustand und den Wert eines gebrauchten Instruments zu beurteilen. Sie können beispielsweise an Pianos geraten, die starke Abnutzungserscheinungen aufweisen oder sich nicht mehr stimmen lassen.
Um einen gut spielbaren Zustand zu erreichen, können teure Reparaturen notwendig sein, die sich im Vergleich zur Qualität des Instruments wirtschaftlich nicht rechnen oder Ihren beabsichtigten Investitionsrahmen überschreiten. Auch werden teilweise Klaviere angeboten, die technisch veraltet und in ihren Möglichkeiten mit modernen Instrumenten nicht vergleichbar sind.
Andererseits sind unter den gebrauchten Klavieren, die angeboten werden, auch wahre Schätze zu finden, die noch in gutem Zustand sind oder bei denen eine Reparatur sehr lohnenswert ist.
Gebrauchtes Klavier vom Fachmann begutachten lassen
Sollten Sie von privat ein Klavier gebraucht kaufen wollen, ist es daher empfehlenswert, das Instrument vor dem Kauf von einem Fachmann untersuchen zu lassen. Dieser kann eine Einschätzung über den Wert und das Potenzial eines Instruments sowie eventuell erforderliche Arbeiten und deren Kosten abgeben. Anhand dieser Angaben können Sie entscheiden, ob Sie zugreifen oder doch lieber vom Kauf Abstand nehmen.
Gerne berate ich Sie beim Kauf eines gebrauchten Klaviers oder Flügels und nehme das Instrument, für das Sie sich interessieren, in Augenschein.
Wie viele Tasten hat ein Klavier?
Moderne Klaviere haben normalerweise 88 Tasten. Diese Tastenanzahl entspricht einem Tonumfang (Synonym: Ambitus) von 7 ¼ Oktaven – von A2 bis c5. Ein Klavier mit 88 Tasten verfügt über 52 weiße und 36 schwarze Tasten. Die Klaviatur hat in diesem Fall eine Breite von 123 Zentimetern.
Der Tonumfang mit 88 Tasten und einem Frequenzspektrum von 27,5 Hz bis ca. 4.186 Hz ist seit ca. 1880 etabliert. Zuvor hatte sich der Ambitus von Klavieren vom Jahr 1700 an von zunächst vier Oktaven nach und nach vergrößert.
Hin und wieder sind ältere Klaviere anzutreffen, die nur über 85 Tasten und einen Tonumfang von sieben Oktaven verfügen. Diesen Klavieren fehlen im Vergleich zu den üblichen Exemplaren mit 88 Tasten die drei letzten Töne im Diskant, so dass ihr Tonumfang bis zum a4 reicht. Eine Klaviatur mit 85 Tasten verfügt über 50 weiße und 35 schwarze Tasten.


